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Twisteden

                                                                        Twisteden
Fakten zur Ortschaft Twisteden 
Einwohnerzahl einschl. Nebenwohnsitze (31.12.2017):2.510
Fläche:1.340 ha
Postleitzahl:47624
Ortsvorsteher:Josef Kobsch
Homepage:Zum Webauftritt
Erklärung des Wappens

Wappen der Ortschaft Twisteden

"Twisteden" heißt eigentlich "Zwei Stätten" - gemeint sind die beiden historischen Niederlassungen Heuvens und Huxen, aus denen sich die heutige Ortschaft einst bildete. Diese Zweiteilung findet ihren unter heraldischen Gesichtspunkten sehr einfachen symbolischen Ausdruck in der verwechselten Zweifarbigkeit des Wappenbildes: neun Kugeln sind im oberen Wappenfeld blau auf gelb, im unteren gelb auf blau angeordnet. Die neun Kugeln sind die Zeichen des heiligen Quirinus, des Schutzpatrons von Twisteden. Die Experten haben sich bereits darüber gestritten, wie der Heilige zu diesen Symbolen gelangt ist. Die derzeitig gültige These lautet: um 1500 gehörte Twisteden zum Besitz eines Neusser Klosters. Dort verehrte man den römischen Tribun und Heiligen Quirinus. In Stein gemeißelt schaut er vom dortigen Rathaus herab und zeigt auf seiner Lanzenfahne die mysteriösen neun Punkte. Von diesem Neusser Kloster wurden Twisteden im Jahre 1571 die Pfarrechte verliehen, seitdem ist Quirinus der Patron der Gemeinde. Nun ist die Stadt Neuss römischen Ursprungs und wurde seinerzeit Novesia genannt. Und dieser Name gab dem heiligen Quirinus seine Kugeln mit auf den Weg: das lateinische Wort für neun ist novem und die ersten vier Buchstaben sind die gleichen wie im Stadtnamen Novesia.

 

Geschichte

In Twisteden deuten gefundene Hünengräber auf eine vorgeschichtliche Besiedelung hin. Die älteste noch vorhandene Quelle, in welcher die Bauernschaft Twisteden erwähnt wird, stammt aus dem Spätmittelalter. Die Ein- und Ausgaben des Herzogtums Geldern wurden in den sogenannten Landmeisterrechnungen festgestellt. Durch die Landmeisterrechnung von 1342/1343 wird überliefert, dass sich der damalige Herzog Reinald II. kurz in Twisteden aufgehalten habe. Im Jahre 1342 den Samstag nach Karneval habe er mit seinem Reitertross in Twisteden Station gemacht um auf seinem Wagen sein Mittagessen zu sich zu nehmen. Er habe danach armen Leuten, bei denen er die Pferde untergestellt hatte, aus Dankbarkeit für die ihm gewährte Gastfreundschaft insgesamt 12 Schillinge gegeben. Ein Entwässerungsgraben "Heerenvoere", heute als „Spanische Ley" bzw. „Veensche Ley" bezeichnet, bildete bereits vor 1342 die Grenze zwischen Walbeck und Twisteden. Der Graben war vor der Franzosenzeit auch die Grenze zwischen den Herzogtümern Geldern und Kleve. Nach den Aufzeichnungen des Landvermessers Buyx muss an eben diesem Graben im Bereich vom „Wember Dyk" eine Gerichtsstätte mit einem Galgen gewesen sein um den sich zudem einige Legenden ranken.

Mitten im Dorf Twisteden am Gerberweg wurde 1471 die Pfarrkirche St. Quirinus errichtet, vorher muss dort eine kleine Kapelle existiert haben. Bis ins letzte Drittel des 16. Jahrhunderts gehörten das Kirchspiel Twisteden und Kleinkevelaer zur Mutterpfarre Walbeck. Im Jahre 1667 zählte die Kirche mittlerweile 209 Personen welche die heilige Kommunion empfingen. Die „alte Kirche" wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts um das Doppelte vergrößert. Im Spätsommer des Jahres 1763 brannten in Twisteden mutmaßlich durch Selbstentzündung neun von insgesamt 52 Höfen, nieder.

Im 19. Jahrhundert brach im Ruhrgebiet das große Bohrfieber nach Kohle aus. Um die Jahrhundertwende kam es auch in Twisteden zu sogenannten Erkundungsbohrungen bzw. Mutungsbohrungen, die sogar auf Steinkohle stießen. Das Projekt wurde jedoch nicht durchgeführt, weil der Aufwand zum Abbau der Steinkohle zu groß war. Hingegen der Abbau und Verhüttung von Raseneisenerz hielt sich in den Brüchen um Twisteden seit der Eisenzeit bis ins 19. Jahrhundert. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete hölzerne Bockwindmühle brannte 1860 ab und wurde durch eine massive Windmühle aus Stein „die van den Braaksche Windmühle" ersetzt. Im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde für die inzwischen stark angewachsene Gemeinde Twisteden - nach einer Zählung von 1919 waren 115 Häuser bewohnt - eine neue Kirche an der Dorfstraße gebaut (1925 Einweihung). Die vorherige Kirche dient heute als Friedhofskapelle.

Die seit der Gründung des Kreises Geldern (1816) selbstständige Gemeinde Twisteden (Amt Kevelaer) wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden", heute zu „Unser Dorf hat Zukunft" umbenannt, gewann Twisteden 1998 die Bundes-Goldplakette.

Ansprechpartner

Beate Sibben

Wallfahrtsstadt Kevelaer (Rathaus)

Peter-Plümpe-Platz 12

47623 Kevelaer

Sabine Venmanns

Wallfahrtsstadt Kevelaer (Rathaus)

Peter-Plümpe-Platz 12

47623 Kevelaer