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Kervenheim

                                                                                  Kirche von Kervenheim                                                                         
Fakten zur Ortschaft Kervenheim
Einwohnerzahl einschl. Nebenwohnsitze (31.12.2017):2.275
Fläche:1.560 ha
Postleitzahl:47627
Ortsvorsteher:Martin Brandts
Homepage:Zum Webauftritt
Erklärung des Wappens von Kervenheim

Wappen der Ortschaft Kervenheim

Kervenheim übernahm sein Wappenbild aus dem Stadtsiegel des Jahres 1791. In diesem Jahr erlangte Kervenheim die Stadtrechte.

 

Geschichte

Die ältesten Nachrichten über die Grundherrschaftsverhältnisse im Kervenheimer Raum beziehen sich auf die Villa Geizefurt mit mehreren Unterhöfen aus dem Jahre 855, eine Schenkung des Königs Lothar II. an den Pfalzgrafen Ansfried; letztgenannter überträgt die Geizefurt elf Jahre später an das Kloster Lorsch in Rheinhessen. In der Grenzbeschreibung dieses Anwesens wird auch der Gochfortsberg, bei Kervenheim gelegen, genannt. Weitere Quellen, die näheren  Aufschluss über den Lorscher Besitz geben könnten, fehlen.

Ausschlaggebend für die Geschichte des Ortes Kervenheim ist die seit 1270 erstmals urkundlich erwähnte Burg Kervenheim, meistens als Burg Kervendonk bezeichnet, eine der ältesten Burganlagen am unteren Niederrhein. Nach einer Verkaufsurkunde von 1270 überträgt Graf Stefan von Wissel die Burg Kervenheim an den Grafen Dietrich von Cleve.

Im Jahre 1322 ist Kervenheim erstmals als Stadt bezeugt worden (bis zur Franzosenzeit 1794 als Stadt bzw. Freiheit belegbar). Sie gehörte seit 1332 zu den 24 Städten in der Grafschaft Kleve (seit 1417 Herzogtum Cleve). In Kervenheim bestand auf der Burg in den Jahren 1412 bis 1417 ein eigenes Richteramt, vorher gehörte Kervenheim mutmaßlich zum Gericht Winnekendonk, nach 1417 dann zum Gericht Uedem. Seit 1439 bildeten die Gerichte Kervenheim und Winnekendonk das Richteramt Schravelen. Der Name rührt vom Amtssitz der Richter, die auf Haus Schravelen, einer Schlossburg an der Niers - sie ist längst verschwunden - residierten.

Im Jahre 1445 erhielt Kervenheim eine eigene Pfarrei, vorher gehörte Kervenheim zum Pfarrsprengel Winnekendonk. Die Burgkapelle wurde zur Pfarrkirche erhoben. Um 1500 entstand in Kervenheim eine einschiffige Kirche St. Antonius (1775, 1839 und 1888 erfolgten Erweiterungen der Kirche). Noch heute kann man in der Kervenheimer Pfarrkirche St. Antonius zwei Holzskulpturen aus der Kalkarer Schnitzkunstwerkstätte des Henrik van Holt (geschaffen um 1540) bewundern. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die reformierte Kirchengemeinde Pächterin der Schlosskirche (seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die evangelische Kirche Eigentümerin des von ihr genutzten Burgteils). Mitte des 18. Jahrhunderts (1757) brannte das prächtige Schloss Kervendonk und der halbe Ort (38 Häuser) – die Ursache des Brandes blieb unbekannt - ab. Es erfolgte kein vollständiger Wiederaufbau, sondern es sind nur die in der Burg bestehende evangelische Kirche und ein Herrenhaus samt Nebengebäuden „Haus Kervendonk“ wiedererrichtet worden. Die Kervenheimer Bevölkerung lebte im 18. Jahrhundert hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Branntweinbrennerei. Im Jahre 1771 standen drei Mühlen in Kervenheim, eine Wasser-, eine Ross- und eine  Ölmühle.

Nach der endgültigen Auflösung des Richteramtes Schravelen wurden 1798 Kervenheim und Winnekendonk zu einer Bürgermeisterei vereinigt mit dem Sitz des Bürgermeisters in Kervenheim (seit der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts Sitz in Winnekendonk). In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelte sich die Schuhfabrikation in Kervenheim an, die bis ins späte  20. Jahrhundert von Bedeutung blieb. Die seit der Gründung des Kreises Geldern (1816) selbstständige Gemeinde Kervenheim (Amt Kervenheim) wurden 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet. Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, heute zu „Unser Dorf hat Zukunft“ umbenannt, gewann Kervenheim 2003 eine Bronzemedaille und 2006 eine Silbermedaille.

 

Kervendonk

Kervendonk war bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 eine eigenständige Gemeinde im Amt Kervenheim. Heute bilden die früheren Gemeinden Kervenheim und Kervendonk gemeinsam die Ortschaft Kervenheim.

Erklärung des Wappens von Kervendonk

Wappen von Kervendonk

Das Korbmotiv ist aus dem Sprachbereich der Vorsilbe ein früheres Symbol für Heimatstatt. So wurde aus dem Bild des Korbes das Wort "Kerv", dieses gab der Ortschaft Ihren Namen und als Teil des Namens wiederum ging es bildhaft ein in die Wappensymbolik: pars pro toto.

 

Geschichte

Kervendonk, das Gebiet rund um Kervenheim, im Bereich der Ortschaften Kevelaer, Winnekendonk, Uedem, Weeze und Sonsbeck, war schon immer von der Landwirtschaft geprägt. Von jeher ist die weltliche und kirchliche Geschichte von Kervendonk mit der Geschichte von Kervenheim eng verflochten gewesen. Ein Teil der Unterhöfe der unter Kervenheim näher beschriebenen Villa Geizefurth befanden sich mit großer Wahrscheinlichkeit im nördlichen und westlichen Teil von Kervendonk.

Den Mittelpunkt von Kervendonk bildete die 1270 erstmals erwähnte Burg Kervendonk  bzw. Burg Kervenheim. Das Kervendonker Gebiet, vor allem nördlich und westlich von Kervenheim, gehörte ebenso wie Kervenheim selbst zur Grafschaft Geldern kam jedoch 1332 zur Grafschaft Kleve.   

Die Grafen von Kleve erwarben hingegen das südlicher gelegene Schravelen schon vor 1250. Schravelen wurde, soweit nachweisbar im Mittelalter nicht mit zu Kervendonk gerechnet. Ehemals bildete die Niers im Bereich von Schravelen die natürliche Grenze zwischen den Grafschaften bzw. Herzogtümern Kleve und Geldern.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ließ Herzog Adolf von Kleve in Schravelen an der Niers neben der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Domänenmühle der „Schravelschen Wassermühle“ eine Festung errichten, die später als „Haus Schravelen“ bezeichnet wurde. Seit 1439 war das Haus Schravelen 350 Jahre lang Amtssitz der Richter des Amtes Schravelen, heute ist es längs verschwunden. Die „Schravelsche Wassermühle“ hingegen existiert noch heute. Allerdings wurde der Mühlenbetrieb in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts eingestellt.

Mutmaßlich, während Graf Adolf von Kleve seine Grenzen an der Niers befestigte, entstand das 500 Meter weiter nördlich gelegene Rittergut Brembt bzw. Steens (belegbar seit dem 16. Jahrhundert). Auf dem Gelände befindet sich heute ein großer landwirtschaftlicher Betrieb.

Zur Zeit  Ludwig XIV. wurde 1669 ein großer Teil der Kervendonker Höfe und Katstellen wegen Nichtbezahlung hoher Kriegskontributionen an die Franzosen in Brand gesetzt.

Soweit nachweisbar, wird seit dem beginnenden 18. Jahrhundert das Töpferhandwerk in Kervendonk betrieben. Ein Teil der Töpferfehlbrände sind im 20. Jahrhundert aus der Erde geborgen worden und können bewundert werden. Noch heute kann man zwei originale Töpferhäuser bzw. Potthäuser am Ortsausgang von Kervenheim besichtigen. 

Das alte Richteramt Schravelen wurde 1798 aufgelöst und Kervenheim, Kervendonk und Winnekendonk zu einer Bürgermeisterei vereinigt. Mit der Gründung des Kreises Geldern (1816) wurde Kervendonk (Amt Kervenheim) selbstständig. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden die vormals zu Kervendonk zählenden Häuser, Höfe und Katstellen, die an der Gemeindegrenze zu Winnekendonk und Kevelaer lagen, abgetrennt und Winnekendonk zugeordnet. Um 1870 wurde am Ortsrand von Kervenheim, in unmittelbarer Nähe der heutigen Kreuzung Kervenheim - Winnekendonk und Schloss Wissen - Uedem eine von ihren Ausmaßen her mächtige Windmühle errichtet. Die Windmühle „Mühle Mott“ wurde 1945 stillgelegt. Kervendonk wurde 1969 in die Stadt Kevelaer eingemeindet.

Ansprechpartner

Beate Sibben

Wallfahrtsstadt Kevelaer (Rathaus)

Peter-Plümpe-Platz 12

47623 Kevelaer

Sabine Venmanns

Wallfahrtsstadt Kevelaer (Rathaus)

Peter-Plümpe-Platz 12

47623 Kevelaer