Klimaanpassungskonzept
Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und zum natürlichen Klimaschutz für die Wallfahrtsstadt Kevelaer
Der Klimawandel stellt auch die Wallfahrtsstadt Kevelaer vor neue Herausforderungen. Häufigere und intensivere Hitzeperioden, Starkregenereignisse, Trockenheit und weitere klimatische Veränderungen können Auswirkungen auf Menschen, Natur, Infrastruktur und das Stadtleben haben.
Mit dem Klimaanpassungskonzept hat die Wallfahrtsstadt Kevelaer eine strategische Grundlage geschaffen, um sich gezielt auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und geeignete Maßnahmen umzusetzen.

Das Klimaanpassungskonzept
Das Konzept zeigt, wo Kevelaer bereits heute besonders vom Klimawandel betroffen ist und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Darauf aufbauend wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und priorisiert, die zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beitragen.
Dabei stehen unter anderem folgende Themen im Mittelpunkt:
- Schutz vor Hitze und gesundheitlichen Belastungen
- Umgang mit Starkregen und Überflutungsrisiken
- Vorsorge bei Trockenheit und Dürre
- Erhalt und Ausbau von Grün- und Freiflächen
- Schutz und Stärkung von Natur und Biodiversität
- klimaangepasste Stadt- und Freiraumplanung
- Sensibilisierung und Information der Bevölkerung
Beschluss des Klimaanpassungskonzepts
Der Rat der Wallfahrtsstadt Kevelaer beschloss am 16.07.2026 einstimmig das Klimaanpassungskonzept als strategische Grundlage für die Planung, Priorisierung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie die Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen und die Anwendung eines kontinuierlichen Controllingsystems.
Umsetzung und Fortschreibung
Mit dem Beschluss beginnt die konkrete Umsetzungsphase. Die im Klimaanpassungskonzept entwickelten Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt und regelmäßig überprüft werden. Ein kontinuierliches Controllingsystem unterstützt dabei, den Fortschritt zu dokumentieren, Maßnahmen zu bewerten und das Konzept bei Bedarf weiterzuentwickeln. Insgesamt wurden 26 Maßnahmen identifiziert. Davon wurden zwölf Maßnahmen als besonders relevant beziehungsweise prioritär für die weitere Bearbeitung eingestuft und in Form von Maßnahmensteckbriefen vertieft ausgearbeitet.

FAQ
Womit beschäftigt sich der Bereich Klimaanpassung?
Im Gegensatz zum Klimaschutz, dessen Ziel die Reduzierung von Treibhausgasen wie Kohlendioxid oder Methan ist, geht es bei der Klimaanpassung um den Umgang mit den Folgen des Klimawandels und extremen Wetterereignissen. Das Ziel von Klimaanpassung ist das Verringern von Risiken, das Vermeiden von Schäden und eine Anpassung an die zu erwartenden Veränderungen durch den Klimawandel.
Handlungsfelder sind bspw. der Umgang mit Stürmen und Starkregen, um Überflutungen und andere Risiken zu verhindern oder einzudämmen. Auch das Thema Hitzevorsorge zählt dazu. Weiterhin können Städte und Gemeinden durch eine angepasste Stadt- oder Gebäudeplanung auf die klimatischen Veränderungen reagieren.
Klimaschutz und Klimaanpassung sind gleichermaßen wichtig für eine zukunftsorientierte und lebenswerte Kommune. In der Wallfahrtsstadt Kevelaer werden daher beide Handlungsfelder berücksichtigt und die Synergien zwischen ihnen genutzt.
Was ist ein Klimaanpassungskonzept?
Mit der Erstellung des Klimaanpassungskonzepts will die Wallfahrtsstadt Kevelaer die Grundlage für viele nachhaltige Klimaanpassungsmaßnahmen legen. Das Klimaanpassungskonzept dient als Entscheidungs- und Planungshilfe in der kommunalen Klimaanpassung und besteht aus verschiedenen Bausteinen. Als erster Schritt wird eine umfassende Analyse der klimabedingten Risiken und Verwundbarkeiten für das Stadtgebiet durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse werden dann geeignete Anpassungsmaßnahmen identifiziert und priorisiert. Der partizipative Prozess stellt den wichtigsten Baustein dar. In Workshops werden gemeinsam mit relevanten Akteuren Strategien zur Anpassung an die Klimafolgen entwickelt. Die Koordination und Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen erfolgt durch den Klimaanpassungsmanager in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren. Kevelaers Klimaanpassungsmanager Leon Schlüter koordiniert das Projekt seit November 2024 auf Seiten der Kommune. Seit November 2025 wird die Stelle von Frau Chantal Fouquet übernommen.
Welche Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger fanden statt?

Am 13.02.2025 fand die Auftaktveranstaltung zur Konzepterstellung statt. Nach einer Präsentation haben sich die anwesenden Bürger aktiv in die Planung eingebracht in dem Sie Risiken und Maßnahmenvorschläge diskutiert haben.

Am 11.03.2025 konnten wichtige lokale Akteure ihr Fachwissen und ihre Erfahrung in einem Workshop zu den vorhandenen Anpassungskapazitäten und dem Anpassungsbedarf einbringen. Wie wirkt sich der Klimawandel und die mit Klimawandel verbundenen Folgen bereits heute auf unsere Stadt aus?
Von wem wird das Projekt gefördert?
Förderung durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) will die Bundesregierung entscheidend dazu beitragen, die systematische Anpassung an den Klimawandel in Kommunen und kommunalen Einrichtungen deutlich zu verbessern und so ihre Resilienz zu stärken. Die finanziellen Anreize sollen eine strategische Steuerung der Klimaanpassung ermöglichen, von der Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso profitieren wie Kommunen und Bildungseinrichtungen. Das Programm zielt darauf ab, eine ganzheitliche Betrachtung aller Klimawirkungen sicherzustellen und nicht nur einzelne Aspekte in den Blick zu nehmen. Die Bundesregierung will Akteure befähigen, die erforderlichen Anpassungsprozesse konsequent und vorausschauend anzugehen, um die Lebensqualität heutiger und künftiger Generationen zu sichern. Die geförderten Maßnahmen sollen dabei nicht nur der Klimaanpassung dienen, sondern systematisch Synergien für mehr ökologische Nachhaltigkeit erschließen.
Das nachhaltige Klimaanpassungskonzept wird unter dem Titel „ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz für die Wallfahrtsstadt Kevelaer“ vom 01.11.2024 bis zum 31.12.2026 von der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ( BMUV ) gefördert. Das Förderkennzeichen ist 67DAAN0131. Das Beratungsbüro Drees und Sommer übernimmt die Umsetzung und Betreuung des Förderprojektes. Die Projektträgerin ist die Zukunft–Umwelt–Gesellschaft (ZUG) gGmbH ZUG.


