Ergebnisse „Lebendiges Kervenheim“

Pressemitteilung vom 06.10.2023

Vor den Herbstferien wurden Ideen für die Nutzung der Burg präsentiert

In den letzten 9 Monaten ist im Ortsteil Kervenheim einiges passiert. Das Projekt „Lebendiges Kervenheim“ ist gestartet.

Auf eigene Initiative hat die Dorfgemeinschaft in Kervenheim das Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, einen neuen Ort der Begegnung im Dorf zu schaffen. Dabei steht die 800 Jahre alte Burg im Fokus der Überlegungen. Trägerin der Burg ist die evangelische Kirche, die aktuell einen Teil der Burg nutzt. Dank LEADER-Förderung und finanzieller Unterstützung der Wallfahrtsstadt Kevelaer konnte gemeinsam mit dem Planungsbüro „startklar“ aus Köln und dem für das Projekt gegründeten Dorfteam eine Machbarkeitsstudie mit Beteiligung der Dorfgemeinschaft erstellt werden. Vor den Herbstferien wurden die Ergebnisse von den Beteiligten auf der Burg vorgestellt.

Dorfumfrage

400 Fragebögen wurden vom Dorfteam persönlich an die Kervenheimerinnen und Kervenheimer verteilt. Dank des persönlichen Kontakts wurden von 400 Zetteln 386 zurückgegeben. Das ist eine Rücklaufquote von 96,5 %, die alle Beteiligten sehr beeindruckte. Zwei Drittel der Beteiligten gaben sogar an, dass sie aktiv bei dem Projekt mitmachen würden – zumindest gelegentlich. Kein Wunder, denn der Wunsch nach einem neuen Ort der Begegnung in Kervenheim ist groß. Viele von ihnen engagieren sich innerhalb der Dorfgemeinschaft und mit 44 % ist fast die Hälfte des Dorfes im Ehrenamt tätig.

Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl an Veranstaltungen auf dem Burggelände. Alle im Dorf kennen die Burg und haben schon die Veranstaltungen wie „Burgzauber“ und „Castle Rock“ besucht.  

Bei der Befragung wurde deutlich, dass sich die Dorfgemeinschaft sehr stark mit dem Gebäude identifiziert. Nicht nur das besondere Ambiente der Burg, sondern auch der tolle Außenbereich bieten zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten.

Zukunftswerkstatt & Workshops

Am 1. Mai fand die Zukunftswerkstatt im Rahmen des alljährlichen Maifestes auf dem Burggelände statt. Hier konnten alle Interessierte ihre Ideen für die Nutzung der Burg einbringen.

Danach wurde es in zwei weiteren Workshops konkreter: Im Workshop 1 wurde ein Projektprofil und Nutzungskonzept für die Burg erarbeitet. Die Frage: Was wünschen sich die Menschen in Kervenheim? Ganz klar: einen Ort der Begegnung. Von Live-Musik und anderen Kulturangeboten über Sportkurse bis hin zu Gastro-Angeboten wie Biergarten oder ein Eis-Café war bei den Antworten alles dabei. Im Rahmen des 1. Workshops wurden auch örtliche Vereine wie der Theaterverein und der Mehrgenerationen Stammtisch eingebunden. Aber auch die Kindergartenkinder sowie die Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben ihre Ideen beim Workshop eingebracht. Dabei ging es übrigens nicht nur um die Zielgruppe im Dorf, sondern auch um die Burg als Attraktion über die Grenzen Kervenheims hinaus.

Im 2. Workshop ging es darum, ein Raumprogramm zu erarbeiten und die Trägerschaft festzulegen, denn all die gesammelten Ideen und Wünsche brauchen viel Platz. Das Erdgeschoss, in dem sich auf der linken Seite die Räumlichkeiten der Kirche befinden, soll renoviert werden. Der Raum neben der Kirche soll erschlossen werden und als Salon genutzt werden. Eine Trennwand zwischen den beiden Räumen kann dann je nach Bedarf herausgenommen werden, um die beiden Räume zu einem großen Saal umzubauen. Im rechten Teil der Burg ist Platz für Sanitäranlagen und eine Küche. Außerdem besteht die Möglichkeit, rechts neben der Burg einen Anbau zu erschließen. Für den aktuellen Gemeinderaum kam die Idee auf, diesen zu einer „offenen Scheune“ umzubauen. Diese würde in Zukunft eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten bieten wie z.B. für Theateraufführungen, Musik-Events oder andere Kulturangebote. Die Burg hat so viel Potenzial wie die Ideen der Dorfgemeinschaft.

Die geplante Renovierung müsste schrittweise erfolgen: Zunächst soll das Erdgeschoss renoviert werden mit Erschließung des Anbaus. Dann soll das Souterrain renoviert werden und darauf folgt der Umbau des Gemeinderaums zu einer offenen Scheune.

Erst danach sollen das Obergeschoss und das Dachgeschoss in Angriff genommen werden. Dabei ist zu beachten, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht und alle Auflagen für ein öffentliches Gebäude eingehalten werden müssen.

Wie geht es weiter?

Kirche, Dorfgemeinschaft und alle Beteiligten sind sich einig: Für die Trägerschaft der Burg und einen neuen Ort der Begegnung ist eine Bürgerstiftung die beste Lösung.

Diese Form bietet viele Vorteile: Die Kirche kann mit ihren Interessen Teil der Stiftung werden, als Stiftung hat man eine große Handlungsfähigkeit und Gestaltungsfreiheit und es besteht die Möglichkeit, höhere Spenden für das Projekt zu generieren. Der nächste Schritt ist also die Gründung der Bürgerstiftung. Währenddessen gehen aber die Feste und Veranstaltungen rund um die Burg weiter. Außerdem soll für das Außengelände der Burg noch eine „Park AG“ gegründet werden, um die Grünpflege rund um die Burg sicherzustellen.

Zum Ende der Ergebnispräsentation dankt Ortsvorsteher Martin Brandts allen Beteiligten: „Ohne die Menschen, die hinter diesem Projekt stehen, geht es nicht. Wir haben mit unserer Burg zwar eine tolle Hardware – aber die Menschen sind die Software, die diese betreiben.“ Außerdem betont er, wie toll es ist, dass die Evangelische Kirche als Trägerin bei dem Projekt so tatkräftig unterstützt.

Aber auch die Förderung durch LEADER und die Kofinanzierung der Wallfahrtsstadt Kevelaer waren für das Projekt wichtig, denn die Machbarkeitsstudie brachte wertvolle Inhalte, die nötig sind, um sich in den nächsten Schritten für weitere Fördermittel zu bewerben.

Erste Ergebnisse des Projekts „Lebendiges Kervenheim“

Beteiligte des Projektes „Lebendiges Kervenheim v.l.: Michael Fichte, Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, Andreas Janssen, Michael Reintges, Christian van Oeffelt, Ortsvorsteher Martin Brandts, Maria Verhülsdonk, Hans Gerd Ripkens, Ralf Koenen, Dana Kurz (startklar), Cindy Bremner, Jan van Zadelhoff, Maja Thelen (startklar), Architekt Jochen Kleemann (Ader & Kleemann), Anne van Rennings (LEADER) und Pfarrer Robert Arndt.