Chinesische Delegation besucht Kevelaer

Meteorologen aus China informieren sich über Klimaschutz in Kevelaer

Am Donnerstag, 29.11.2018, besuchte eine Delegation der China Meteorological Administration (CMA) die Wallfahrtsstadt Kevelaer, um hier einen Einblick in das Klimaschutzmanagement auf kommunaler Ebene zu erhalten. Die CMA ist die für Wettervorhersagen und Erhebung von Klimadaten zuständige Behörde in China, ähnlich dem Deutschen Wetterdienst.

Bürgermeister Dr. Dominik Pichler freute sich, die chinesischen Wissenschaftler im Ratssaal des Kevelaerer Rathauses begrüßen zu dürfen. Anschließend haben die Klimaschutzmanagerin, Frau Dr. Nina Jordan, und die Energiemanagerin, Frau Ina Mattner, den Besuchern die kommunalen Klimaschutzbemühungen am Beispiel Kevelaerer Maßnahmen näher gebracht.

Kevelaer ist ein gutes Beispiel für das fortgeschrittene Bewusstsein in der Verwaltung und Bevölkerung für den Klimawandel. Die Wallfahrtsstadt beschäftigt eine Klimaschutzmanagerin sowie eine Energiemanagerin und verfügt bereits über ein vom Rat beschlossenes Klimaschutzkonzept. Für umfangreiche energetische Bemühungen wurde Kevelaer schon 2016 mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Eine Reihe von Initiativen und Projekten im Hinblick auf einen rationellen Umgang und Einsatz von Energie sind bereits in der Kommune realisiert worden. Die Maßnahmen zur Energieeinsparung, zur Reduzierung von Treibhausgasen und zum Einsatz von erneuerbaren Energien führen zu einer Verbesserung des kommunalen Energiesystems. Sie entlasten das Klima und die Umwelt und wurden während des Besuchstermins kurz vorgestellt, ebenso wie einige Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept. Die Projekte „AltBauNeu“ zur Sanierung von Altbauten in der Stadt und „Stadtradeln“ zur Steigerung des Radverkehrs in Kevelaer, wurden dargestellt. Da Bürgeransprache und Bürgerbeteiligung ein bislang wenig ausgeprägtes Instrument in der VR China sind, wurden auch diese Bausteine den Besuchern detailliert erläutert. Hierzu wurde insbesondere darauf verwiesen, dass die Stadtverwaltung über die Stadtwerke einen 25-prozentigen Anteil an neun Windkraftanlagen hält, und jährlich 50.000 € der Gewinne an Kevelaerer Vereine ausschüttet.

Um den Gästen Kevelaer als einen der größten deutschen Wallfahrtsorte vorzustellen, begab sich die Gruppe nach dem Vortrag auf einen kurzen Stadtrundgang zum Kapellenplatz. Auf dem Weg zur Basilika und zur Gnadenkapelle wurden die Mitglieder der Delegation durch eine Stadtführerin über die Wallfahrtsgeschichte informiert. Zum Abschluss ihres Besuchs hat die Delegation noch eine Windkraftanlage in Twisteden besucht, bevor es dann zurück nach Düsseldorf ging. Von hier machte sich die Delegation einen Tag später nach einem insgesamt dreiwöchigen Besuch in Deutschland wieder auf den Heimweg nach China.

Chinesische Besuchergruppe im Kevelaerer Ratssaal